Kapitel 10
Bella POV
Die Zeit, die ich mit Edward verbrachte war unglaublich. Die letzten zwei Wochen waren die Besten meines Lebens.
Jetzt standen mir aber erst einmal die schrecklichsten Stunden meines Lebens bevor. Rose wollte mit mir Einkaufen gehen, um unseren Halloweenkostümen den letzten Schliff zu verpassen. Und das konnte Stunden dauern.
Rose war manchmal ein Widerspruch an sich. Wenn ich anderen Leuten glauben durfte, war Rose mit ihren langen blonden Haaren und den blauen Augen wunderschön. Und doch hatte sie Maschinenbau studiert und arbeitete jetzt in der Entwicklungsabteilung eines Automobilkonzerns. Und im Gegensatz dazu, beschäftigte sie sich in ihrer Freizeit am liebsten mit Mode und ging auch gerne und lang einkaufen. Sie würde sich bestimmt gut mit Edwards Schwester Alice verstehen.
Nach unserer Begegnung gestern mit Lauren, gingen Edward und ich in ein kleines Restaurant in der Nähe des Campus. Dort lernte ich Alice kennen.
Flashback
Kaum hatten Edward und ich das Restaurant betreten, hörte ich auch schon jemanden durch den Raum schreien. „Edward, hey Edward. Hier sind wir!“
„Noch eine böse Überraschung?“ wollte ich von Edward wissen. „Keine böse Überraschung. Vorausgesetzt du willst meine Schwester nicht schon heute kennenlernen. Sie und Jasper sitzen weiter hinten an einem Tisch.“
„Also ich habe kein Problem damit deine Schwester zu treffen. Auf der Halloweenparty übermorgen hätten wir uns sowieso getroffen. Von deinen Und Jaspers Erzählungen hört sie sich nett an. Und immerhin kennst du meinen Bruder schon.“ Und mittlerweile hatte Emmett auch akzeptiert, dass Edward und ich zusammen waren und er bedrohte ihn nur noch bei jedem zweiten Zusammentreffen.
„Edward, jetzt komm schon her!“ hörte ich Alice wieder schreien.
„Lass uns rüber gehen. Sie gibt ja sonst eh keine Ruhe.“ Seufzte Edward.
Am Tisch angekommen, hörte ich als erstes Jasper. „Hey Bella, schön dich auch mal außerhalb der Praxis zu sehen.“
„Hey Doc, schön zu sehen, dass du nicht nur in deinem Büro sitzt.“ Zog ich ihn auf. Jasper und ich verstanden uns wirklich gut, auch wenn wir bis jetzt nur wenige Sitzungen hatten. Plötzlich mischte sich Alice ein. „Ich dachte du bist blind. Wie kannst du da Jasper sehen.“ Ich wand mich in die Richtung aus der ihre Stimme kam. „Hey, du musst Edwards Schwester Alice sein. Ja, ich bin blind, aber das muss mich doch nicht davon abhalten das im Alltag häufig gebrauchte Verb ‚sehen‘ zu benutzen. Es ist übrigens nett dich kennenzulernen. Edward und Jasper haben mir viel über dich erzählt.“ Mit diesen Worten hielt ich ihr meine Hand hin.
Neben mir brachen Edward und Jasper in Gelächter aus. Während eine scheinbar verdutzte Alice meine Hand ergriff und diese schüttelte.
Danach war das Eis gebrochen und wir vier hatten eine tolle Mittagspause zusammen.
Flashback Ende
Alice machte einen sehr netten Eindruck auf mich und wenn das mit Edward funktionieren würde, was ich sehr hoffte, dann sollte ich auch seine Schwester besser kennenlernen. Deshalb hatte ich sie eingeladen Rose und mich zum Einkaufen zu begleiten.
Es klingelte an der Tür. Das musste Alice sein. „Ich mach auf!“ rief ich und lief zur Gegensprechanlage. „Ja?“ „Hey, hier ist Alice.“ Pünktlichkeit lag wohl in der Familie. Wie Edward war auch sie pünktlich auf die Minute. „Hey, komm rauf. Es ist im dritten Stock.“ Nach wenigen Sekunden war Alice auch schon oben.
„Und bereit zum Shoppen? Ich bin schon so gespannt auf dein Kostüm. Du wolltest ja nicht verraten, als was du kommst.“ Ich konnte das schmollen in ihrer Stimme hören und musste lachen. Sie war genauso neugierig wie ihr Bruder. „Rose verkleidet mich als eine griechische Göttin. Wenn du willst, kann ich dir das Kleid zeigen. Allerdings fehlen noch die Schuhe und die Accessoires. Das Kleid hat Rose selbst genäht. Als was verkleidest du dich? Als ich Edward nicht erzählt habe, als was ich mich verkleide, wollte mir auch eure Kostüme nicht verraten.“
„Jasper und ich verkleiden uns als Robin Hood. Sowohl er, als auch ich.“ Ich hörte etwas rascheln. „hier ist ein Bild von unseren Kostümen.“ Ich nahm an das sie mir ein Bild hinhielt. „Oh…äh… Entschuldigung Bella“ Anscheinend war ihr wieder eingefallen, dass ich es ja nicht sehen konnte.“ Ich seufzte. „Kein Problem Alice. Zeig es nachher einfach Rose.“
Ich war ihr nicht böse. Sie war es einfach nicht gewohnt mit blinden Menschen zusammen zu sein. „ Als was verkleidet sich Edward?“
„Er hat mich überredet ihm ein Han Solo Kostüm zu machen. Er ist ein totaler Star Wars Fan.“
Hey den Film kannte ich. Ich hatte ihn kurz vor meinem Unfall zusammen mit Emmett und Rose angeschaut. „Dann muss ich morgen auf Edward aufpassen. Rose hatte früher eine Schwäche für Harrison Ford. Mal sehen wie es heute aussieht.“
„Heute habe ich nur noch eine Schwäche für den jungen Harrison Ford. Du solltest morgen gut auf deinen Freund aufpassen.“ Hörte ich Roses Stimme hinter uns.
„Zum Glück hast du ja James Dean dabei. Und wenn ich mich recht erinnere stand Han Solo auf Braunhaarige und Marilyn Monroe ist blond.“ Erwiderte ich.
„Hätte ich das früher gewusst, dann hätte ich dich als Prinzessin Leia verkleidet.“ Stimmt, das hätte gepasst. „Rose, das ist Edwards Schwester Alice. Alice, das ist meine beste Freundin Rosalie.“ Stellte ich die beiden einander vor. „Hey, nett dich kennenzulernen. Du kannst mich Rose nennen. Bella nennt mich nur Rosalie, wenn sie sauer auf mich ist.“
„Lass uns gehen. Dann hab ich es schneller hinter mir.“ Im Stillen betete ich, dass wir schnell die benötigten Sachen finden würden. Rose hackte sich bei mir ein. „Los geht’s.“
Ein paar Stunden später kamen wir wieder in unserer Wohnung an. Ich hatte Recht behalten. Rose und Alice verstanden sich wirklich gut und Beide hatten mich schamlos als Modepuppe benutzt. Wir hatten vier Stunden gebraucht um für mich ein Paar goldener Ballerinas und einen Armreif und eine Halskette für Rose zu finden. Anschließend waren wir noch Essen gewesen. Rose und Alice hatten den Großteil der Konversation bestritten, die sich überwiegend um die morgige Halloweenparty drehte. Jetzt war ich total erledigt.
Ich wollte nur noch ins Bett. Und das obwohl es erst kurz vor acht Uhr war. Doch vorher wollte ich noch Edward anrufen. Ich nahm mein Handy und wählte Edwards Nummer. Er nahm schon nach dem zweiten klingeln ab.
„Hey Bella. Hast du den Shoppingtrip mit meiner Schwester überlebt?“ es tat gut seine Stimme zu hören und ich fühlte mich gleich besser.
„Halte mich nächstes Mal bitte davon ab deine Schwester zum Shoppen mit Rose und mir einzuladen. Rose alleine ist schon schlimm, aber Beide zusammen ist die Hölle.“
Das Einzige was ich zu hören bekam, war Edwards lachen.
Lauren POV
Mein geliebter Edward,
seit unserer Begegnung gestern in der Mittagspause, kann ich nicht mehr aufhören an dich zu denken. Eigentlich kann ich schon seit unserer ersten Begegnung nicht damit aufhören. Als du mir den Weg zu meinem Vorlesungssaal erklärt hast, da wusste ich es. Ich und du, wir gehören zusammen. Und ich weiß, du spürst es auch. Bei jeder Begegnung sah ich, wie deine Liebe zu mir wuchs und unsere Beziehung stärker wurde.
Ich verstehe, dass wir unsere Liebe nicht öffentlich machen können. Es würde einfach zu viele Neider geben. Wir sehen einfach unglaublich zusammen aus. Es war ein cleverer Schachzug von dir allen eine Beziehung mit diesem armen, kleinen, blinden Mädchen vorzuspielen. Und es zeigt nur, wie feinfühlig du bist, dass du so getan hast, als ob wir uns kaum kennen würden. Im ersten Moment habe ich es nicht verstanden, warum du das getan hast, aber jetzt ist mir alles klar.
Doch es ist langsam an der Zeit, dass du diese Beziehung beendest. Ich bitte dich, jedes Mal, wenn ich euch sehe, habe ich das Gefühl mein Herz zerspringt in tausend kleine Stücke. Rette mich vor einem gebrochenen Herzen.
In ewiger Liebe
Lauren
Zufrieden mit meinem Brief warf ich ihn in Edwards Briefkasten. Ja, meine Liebe zu Edward und mein Verständnis für unsere Situation war eindeutig zu erkennen. Unsere heimliche Liebe, von der niemand wissen durfte. Wir waren wie Romeo und Julia. Eine Liebe, die verboten war.
Doch ich hatte das Gefühl, dass die Zeit nun reif war, der Welt unsere Beziehung zu offenbaren. Ich liebte Edward über alles und wollte das auch allen zeigen. Es gab nur ein Hindernis. Die Scheinbeziehung mit dieser Bella. Ich musste Edward überzeugen sie fallen zu lassen. Dann konnte er endlich öffentlich mit mir zusammen sein.
Ich würde Edward noch ein bisschen Zeit geben, um die Sache zu beenden. Dann würde ich die Sache selbst in die Hand nehmen. Und es gab nur eine Möglichkeit, wenn sie die Finger nicht von meinem Freund lassen konnte.
Bella musste verschwinden.